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Letzter Kick in Osnabrück

[ Dienstag, 21. Mai 2013 | 0 Kommentare ]

Alemannia verabschiedet sich endgültig aus dem Profigeschäft




Während die einen noch um den Aufstieg in die zweite Fußballbundesliga rungen, flossen bei anderen schon in der vergangenen Woche dicke Tränen, als beim letzten Heimspiel auf dem Tivoli erst begriffen wurde, was mit dem Abstieg in die Regionalliga am Ende dieser Saison alles verloren geht. Doch die Partie gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart, die Schwarz-Gelb ehrwürdig mit 4:2 bestritt, sollte nicht die letzte in dieser geschichteschreibenden Saison sein. Am Samstag sollte Alemannia noch einmal zu Gast beim VfL Osnabrück sein, der mit einem Sieg die Chance hatte, die Relegation zu erreichen und somit möglicherweise in die zweite Bundesliga aufzusteigen.

Schwarz-Gelb, begleitet von unzähligen Anhängern, startete mit nur wenigen Veränderungen im Vergleich zur letzten Woche in die Partie. Für den verletzten U19-Keeper Rauhut hütete Mark Flekken den Kasten. Die Viererkette setzte sich unverändert aus Kapitän Herröder, Strujic, Wilschrey und Ajani. Die Sechserposition wurde von Marquet und Andersen ausgestattet, während Heller neben Leipertz und Kefkir den Vorzug gegenüber Murakami bekommen hatte. Alemannias einzige Spitze markierte Angreifer Timmy Thiele.

Osnabrücks Motivation, mit der Alemannias kaum zu vergleichen, zeigte sich schon in den allerersten Minuten. Das Team aus Niedersachsen wollte die Relegation noch erreichen und setzte alles auf eine Karte. So war der Führungstreffer der Lila-Weißen in der zehnten Spielminute keine Überraschung. 
So sehr sich Schwarz-Gelb auch bemühte, dem Druck der Hausherren Stand zu halten, es gelang ihnen nicht. So setzten die Gastgeber keine zehn Minuten nach dem Führungstreffer noch einmal nach und drückten dem Keeper der Tivoli-Kicker den zweiten Gegentreffer rein. 
Alemannia, dem nun Tabellendritten vollkommen unterlegen, reagierte mit dem Wechsel Brauer für Wilschrey auf die bevorstehende Deklassierung. Was kurzfristig Früchte zu tragen schien, weil sich Schwarz-Gelb nun häufiger dem gegnerischen Sechszehner näherte, wurde noch vor dem Seitenwechsel zunichte gemacht. Osnabrück erhöhte vor dem Pausenpfiff auf 3:0.

Die zweite Hälfte begann mit einem heftigen Rückschlag für die Gäste aus dem Westen. Keeper Mark Flekken sah nach einer Tätigkeit am Osnabrücker Angreifer Zoller Glatt Rot. Für den Stammkeeper von Schwarz-Gelb sollte die letzten vierzig Minuten U19-Keeper Marcel Simon ran. Der ungeübte Schlussmann machte sich gut zwischen den weißen Pfosten und sollte das Leder bis zur Schlussphase des Spiel nicht mehr durchlassen, was zum einen an seiner eigenen Motivation zum anderen jedoch auch am erhöhten Druck der Gäste lag, welcher die Osnabrücker zunehmend in die eigene Hälfte beförderte.
Am klaren Sieg der Gastgeber sollte sich allerdings nicht mehr viel ändern. Kurz bevor Schiedsrichter Wingenbach Alemannias letzte Partie in der dritten Liga abpfiff, schoss sich Osnabrück mit dem vierten Treffer an diesem Tag in die Regionalliga. Weil der FC Heidenheim zeitgleich gegen Offenbach kein Erfolgserlebnis feiern konnte, hatten sich die Lila-Weißen auf den dritten Rang geschoben und treffen nun in der Relegation auf Dynamo Dresden.

Während die Hausherren mit einem Platzsturm den Einzug in die Qualifikation für die zweite Liga feierten, gab es im Gästeblock lange Gesichter und dicke Tränen. Ein letztes Mal wurde Abschied genommen - von einer harten Saison mit vielen Schicksalsschlägen, von Personen, die am Tivoli in Erinnerung bleiben werden und einer Zeit, in der Schwarz-Gelb zum bezahlten Fußball einfach dazu gehörte.

TypischLinksAussen bedankt sich bei allen, die den Verein mit dem Abstieg in die Regionalliga verlassen, insbesondere bei Trainer René van Eck, der am Tivoli wohl so schnell nicht wieder vergessen wird. Euer Engagement im Kampf um den Klassenerhalt war beachtlich, alles Glück der Welt auf eurem weiteren Weg. Macht et jut!
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Kein gewöhnlicher Abschied

[ Mittwoch, 15. Mai 2013 | 1 Kommentare ]

Mit "Humba, Humba - Täterä" in die Regionalliga




Es war ein Tag, von dem man bereits im Voraus wusste, dass er viele Tränen mit sich bringen wird. Ausgerechnet am Todestag des Mannes, der die Alemannia vor über 14 Jahren wieder zurück in den Profifußball brachte, sollte Schwarz-Gelb ihr letztes Heimspiel in ebenjenem für ungewisse Zeit austragen. Gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart sollte jedoch nicht nur ein traditionsbewusster Kultklub dem Profigeschäft Adieu sagen. Auch René van Eck, der schon vor Wochen angekündigt hatte, den Verein in die Regionalliga zu begleiten und ihn dort neu aufzubauen, gab vor wenigen Tagen bekannt, nun doch seine Koffer zu packen. Im letzten Spiel wollte er zusammen mit seinem Team beweisen, dass schöner Fußball am Tivoli keine Seltenheit sein muss, den Fans zum Abschied noch einmal etwas bieten, dass sie in Erinnerung behalten.

So gab die Elf, wie sie wohl auch in Zukunft in ähnlicher Formation zusammen auflaufen wird, von Beginn an Gas. Kevin Rauhut ersetzte Stammtorhüter Flekken zwischen den weißen Pfosten. Davor bildete Kapitän Herröder zusammen mit Robert Wilschrey, Marvin Ajani und Sasa Strujic die Viererkette. Im zentralen Mittelfeld agierten Kristoffer Andersen und Sascha Marquet während Robert Leipertz die Zehnerposition bedeckte. Im Sturm durften Timmy Thiele, Norikazu Murakami und Oguzhan Kefkir von Beginn an ran.
Mit dem Startschuss der Partie war klar: So, wie man sich die letzten Wochen präsentiert hatte, sollte dieses Spiel auf keinen Fall enden, war es letztlich für die Wertung allerdings per se egal.

Das Tempo gaben demnach die Hausherren vor. Die Gäste, die aufgrund des nahezu parallel laufenden Spiels der ersten Elf ohne eigene Fans angereist waren, schienen nicht gewillt, dem standzuhalten, weswegen es schon früh danach aussah, als würde Schwarz-Gelb an diesem Tag als Sieger vom Platz gehen.
Den ersten Anstoß, der zu dieser Erkenntnis führte, gab Eigengewächs Leipertz nach rund dreißig Minuten. Schon zuvor hatte der Angreifer Druck auf die Gäste ausgeübt, es bis zum Torerfolg jedoch nicht geschafft. Nach einer Kefkir-Hereingabe hatte der 20-Jährige aus kurzer Entfernung dann jedoch keine Probleme mehr, zum 1:0 Halbzeitstand einzunetzen.

Denn bis zur Pause passierte nichts mehr am Tivoli, weswegen beide Mannschaften mit der schwarz-gelben Führung in die Kabinen gingen. Während René van Eck sein Team zur Pause nicht veränderte, wechselte der Coach der Rot-Weißen gleich zwei Mal. Am Lauf der Tivoli-Kicker sollte dies jedoch nichts ändern, zunächst waren sie am Zug. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es Murakami, der den Ball von Thiele perfekt zugespielt bekommen hatte und zum 2:0 vollstreckte. Doch der Höhenflug der Hausherren sollte schon sieben Minuten später ein Ende haben, als der eingewechselte Maletic den Anschlusstreffer einleitete. Nachdem Keeper Rauhut wenige Minuten später aufgrund von Problemem an den Aduktoren vom Holländer Flekken ersetzt werden musste, hagelte auf Schwarz-Gelb auch noch der Ausgleichstreffer ein.
Doch statt nachzugeben, wie es die Alemannen sonst immer getan hatten, erhöhten sie in der Schlussphase noch einmal den Druck - mit sichtbarem Erfolg. Eine gute Viertelstunde vor dem Ende, war es Kefkir, der das Ergebnis zur erneuten Aachener Führung noch einmal erhöhte, bevor ein erneuter Treffer Leipertz den Sack endgültig zumachte und den 4:2 Endstand besiegelte.

Anders, als es bekanntlich andere Absteiger in der Vergangenheit taten, verabschiedete sich Schwarz-Gelb im Anschluss mit einem HUMBA von ihrem Publikum. Auf dem Zaun: Niemand geringeres als René van Eck, ein Trainer, den man ähnlich wie seine Zeit hier in Aachen so schnell wohl nicht wieder vergessen wird.
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Sportlicher Abstieg besiegelt

[ Sonntag, 5. Mai 2013 | 0 Kommentare ]

Alemannia sagt Adieu dem Profigeschäft


Es war ein Szenario, dass sich in den letzten Wochen zwar abgezeichnet, sich in den Köpfen aller Beteiligten aber noch nicht ganz verankert hatte. Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem das Team vom Tivoli den schweren Gang in die Drittklassigkeit antreten musste, steht jetzt fest: Erstmals in der Vereinsgeschichte ist ein Abstieg in die Viertklassigkeit unvermeidbar. Der Verein, der fortwährend den Tabellenführer der zweiten Fußballbundesliga markiert, wird in der kommenden Saison nicht mehr als Profiverein gehandelt werden. Nach der abgelaufenen Saison wird es auch finanziell einen Umbruch geben, da die bereits angemeldete Insolvenz von dort an im Verfahren eröffnet werden soll.

Dennoch: Zur vorletzten Auswärtspartie der laufenden Saison begleiteten rund 130 Aachener ihr Team in den Norden, obwohl eigentlich lange feststand, dass im Kampf um den Klassenerhalt nichts mehr zu holen war. Mit dem letzten Aufgebot musste sich das Team um René van Eck nach neunzig Minuten mit einer 0:1 Niederlage geschlagen geben und steht damit als erster Absteiger in die Regionalliga fest.

Doch die sportlichen Ereignisse auf dem Platz traten in den Hintergrund. Festgehalten wurde, dass sich "das neue Team", verstärkt mit vielen Kräften aus der U23-Mannschaft, das in ähnlicher Formation auch im nächsten Jahr auftreten soll, in den ersten fünfzehn Minuten gut präsentierte. Danach wurde klar: Mithalten mit einem Drittligaverein konnte man so schon lange nicht mehr.
So ist es vielleicht besser, im Unterhaus neu zu starten und alle Hebel auf Werkseinstellungen zurück zu setzen. In welcher konkreter Formation dies geschehen wird, ist unklar, rückt jedoch angesichts des finanziellen Manövers, das noch durchzustehen ist, erst einmal in den Hintergrund. 

Doch gleich, wer auch im nächsten Jahr auf dem Platz und an der Seitenlinie stehen wird: Viel wichtiger ist, wer auch in den nächsten Jahren die Tribünen füllt. Wer mitreist zu Zweitvertretungen ambitionierter Erstligaklubs. Wer um Längen kleinere Vereine besucht und den Verein mit allen Mitteln unterstützt, die einem zur Verfügung stehen.
Jetzt, nach alledem, was der Klub durchgestanden hat, liegt es in unserer Hand, was aus ihm in den nächsten Jahren werden kann. Wo Leute gegangen, weil sie dem Verein geschadet, haben wir gestanden und ihn wieder aufgebaut. Getreu dem Motto "Nur gemeinsam sind wir stark" müssen wir jetzt eine Einheit bilden. Eine Einheit, an der es in den letzten Jahren vielleicht gehapert hat, die in der Zukunft allerdings unvermeidbar bleibt, um den Verein wieder auf Vordermann zu bringen. Und für alle die, die an eine bessere Zukunft nicht glauben wollen: et hät noch emmer joot jejange.
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Alemannia und das kleine Pokalfinale

[ Donnerstag, 25. April 2013 | 0 Kommentare ]

Schwarz-Gelb kämpft um den Einzug in den DFB-Pokal




Es war kein Tag wie jeder andere, als die Alemannia am gestrigen Dienstagabend auf den Fünftligisten Wegberg Beeck traf. Denn im Gegensatz zur Liga, in der es für die Alemannia schon lange um nichts mehr geht, war im diesjährigen FVM-Pokal für Schwarz-Gelb richtig was zu holen. Nach den Siegen über Eilendorf, Viktoria Köln und Windeck stand man schließlich schon im Halbfinale und damit nur noch einen Katzensprung entfernt vom begehrten Einzug in die Vorrunde des DFB-Pokals.

Am ungünstigen Champions-League-Abend der Bayern gelegen sollte es nicht nur im Interesse der Aachener Kicker gewesen sein, die Partie in den regulären 90 Minuten über die Bühne zu bringen. Das Team, in der Konstellation der Partie gegen den SV Wehen Wiesbaden am Freitag ähnlich, startete mit drei personellen Wechseln in der Startformation. Der wiedergenesene Torhüter Flekken ersetzte Krumpen zwischen den weißen Pfosten. Kapitän Herröder rückte zurück in die Viererkette um Strujic, Schaffrath und Brauer und verwieß Mario Erb damit zum Bankwärmen. Im zentralen Mittelfeld starteten Andersen und Murakami; offensiv agierten Heller, Thiele und Kefkir. Sascha Marquet bildete dabei die einzige Spitze.
Vom Zeitdruck, der alle anwesenden keine neunzig Minuten nach dem Anpfiff vor die Fernseher drängte, war bei Schwarz-Gelb zu Anfang nichts zu spüren. Der Gegner aus der Nachbarstadt Wegberg hatte damit viel Spielraum, der mehr als nur einmal zu gefährlichen Szenen führte. 

Eine gute Viertelstunde war gespielt, da wurde diese "Gefahr" auch auf dem Spielberichtsbogen deutlich sichtbar. Nach einer Hereingabe in den Aachener Strafraum hatte Flekken keine Chance, einen Distanzschuss Dagistans abzuwehren. Der Fünftligist ging damit früh in Führung und trieb den Hausherren damit den Angstschweiß auf die Stirn.
In Zeiten, in denen es sowohl sportlich als auch finanziell so schlecht um den Klub steht, blieb bis zu diesem Zeitpunkt der FVM-Pokal ein Lichtblick. Mit dem Rückschlag machten sich jedoch sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen die ersten Zweifel breit.
Der Einzug in den DFB-Pokal bringt neben großer Euphorie auch noch viel Geld in die Kassen des insolventen Vereins, das dieser gut gebrauchen kann. Doch um dafür zu garantieren, musste zunächst die erste Hürde gemeistert werden, nämlich das Pokalhalbfinale gegen den Gast aus Wegberg, der nach dem frühen Führungstreffer nachlegen wollte. 
Alemannia, die dem Druck der Heinsberger nur schwer standhalten konnte, sah in einem Wechsel (Schumacher für Heller) die Erlösung - und tatsächlich: Wenige Minuten nach seiner Einwechslung hatte der Torschützenkönig den Ausgleichstreffer im Auge, scheiterte jedoch am Alluminium. Wenige Sekunden später machte es Thiele dann besser. Der 21-Jährige netzte wenige Minuten vor dem Ende zum glücklichen 1:1 Pausenstand ein.

Dass der Ausgleichstreffer verdient war, das wollte Schwarz-Gelb in den nächsten fünfundvierzig Minuten zeigen und mit einem Tor nachlegen, um die Partie erfolgreich in neunzig Minuten abzuschließen. Doch das Glück sollte nicht auf Seiten der Aachener liegen und so verstrich die Zeit, ohne dass sich die Kaiserstädter das nächste Törchen sichern konnten.

Zum Ende der regulären Spielzeit hatte sich der Druck beider Mannschaften gedämpft. Das Spiel war weniger aggressiver als zu Beginn, das rettende Alluminium blieb jedoch das gleiche. So verfehlte das Team aus der Soers einige Male nur um ein Haar den Führungstreffer, der sie ins Pokalfinale tragen könnte.

Doch in 90 Minuten sollte dieses Spiel nicht abgehandelt werden und so ging man mit dem Schiedsrichterpfiff in die unerwünschte Verlängerung. Das Bayernspiel lief bereits auf Hochtouren, als Alemannia mit verändertem Personal (Leipertz für Drevina, Erb für Schaffrath) in die Schlussphase ging. Denn ein Elfmeterschießen wollte man sich schenken, deswegen drängte Alemannia in der Verlängerung stark auf den Führungstreffer, der nach einigen Anlaufschwierigkeiten gegen Ende dann auch gelingen sollte. Denn fünf Minuten bevor Schwarz-Gelb im Strafstoßschießen hätte zittern müssen, war es Kapitän Herröder, der sein Team erlöste und mit dem 2:1 den Endstand und den damit verbundenen Einzug ins Finale des FVM-Pokals einleitete. 

Nach dem Sieg über den FC Wegberg Beeck trifft die Alemannia nun im Finale auf Fortuna Köln. Da der Gegner aus dem verfeindeten Nachbarland jedoch um den Aufstieg in die Dritte Liga spielt, ist es gut möglich, dass das für den 29. 05 geplante Finalspiel in Bonn verlegt wird. Die Fortuna habe eine Verlegung schon angefragt. 
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Nichts mehr zu holen

[ Montag, 22. April 2013 | 0 Kommentare ]

Alemannia hat nach Wiesbaden die Hoffnung aufgegeben -
Einziger Lichtblick: FVM Pokal


Wenn der Spieltag zum ernüchternden Pflichttermin wird, von dem man schon im Vorraus weiß, dass er an der zeitweiligen Situation kaum etwas ändern wird, dann lässt das schnell vermuten, dass die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben ist. Auch wenn die Stadt einer Zahlung der Spielstätte zustimmte, die den Verbleib im eigenen Stadion in den kommenden Jahren sicherte, kann dieser Erfolg der schlimmsten Misere der Vereinsgeschichte nicht konkurrieren. Der Anschluss an die obrigen Tabellenplätze bleibt ein Ziel, das nicht mehr zu erreichen scheint und den Begriff damit eigentlich gar nicht mehr richtig verdient hat.

Alemannia steckt in einer tiefen Krise aus der sie niemand mehr zu ziehen weiß. Die Insolvenz anzumelden bleibt der Lichtblick, der zumindest finanziell einen Neustart einleiten könnte. 
Sportlich treibt die Krise nun jedoch auch die Spieler in ein Tief, die Spieltag für Spieltag mit der Erkenntnis leben müssen, dass all Kampf, all Tun und Machen nichts mehr bringt.

Das Gefühl, auf ganzer Linie versagt zu haben, überwiegt und trifft den einen schwer, den anderen weniger schwer. Wer zum Saisonende bleibt und wer dem Verein den Rücken kehrt, bleibt am Ende jedoch eine Frage, die neben all den anderen in den Hintergrund tritt. Wie geht es weiter? Was passiert in den nächsten ein, zwei Jahren? Wann steigen wir wieder auf? - All das sind Fragen, die viel tiefer in den Köpfen derer verankert sind, die Schwarz-Gelb im Herzen tragen; denen der Verein etwas bedeutet. - Und in den Köpfen derer, die Woche für Woche da unten stehen und die beim Gesang von uns Fans auf den Rängen in mehr als nur einen Zwiespalt geraten.

Freitag. Nach dem enttäuschenden Nachholspiel bei Rot-Weiß Erfurt war die Alemannia schon am Freitag zu Gast beim SV Wehen Wiesbaden. Der Tabellenachte, ganze neun Spiele ohne eine einzige Niederlage, ging klar als Favorit in die Partie, was bei der momentanen Lage am Tivoli an Bedeutung jedoch schnell verlor. 
Auf den Rängen war man unentschlossen, ob man das Ganze nun schneller hinter sich bringen oder die letzten Stunden noch einmal voll genießen wollte.

Für die Jungs auf dem Platz stand fest: Schnell über die Bühne bringen, das war die Devise. So gab die Elf um Keeper Tim Krumpen, die in der Abwehr auf Sascha Herröder und Robert Wilschrey verzichten musste, von Anfang an Gas. Doch die vielversprechende Anfangsphase wurde rasch getrübt, als die Wiesbadener nach rund 20 Minuten zum "Führungstreffer aus heiterem Himmel" einlochten. Wenige Minuten später folgte auf das Erste das Zweite und nicht nur auf den Rängen wurde man schnell an die Szenarien der letzten Wochen erinnert, in denen innerhalb von wenigen Minuten das Spiel entschieden worden war. Doch der Anschlusstreffer keine fünf Minuten später erweckte den Anschein, als solle dieses Mal alles anders sein. Thiele hatte nach einem missglückten Versuch Hellers den Abstauber gemacht und zum 2:1 Pausenstand eingelocht.

Nach dem Pausentee knüpften beide Teams an die Leistung in den ersten fünfundvierzig Minuten an, konnten toremäßig mit ihr dennoch nicht mithalten - zum Glück für Schwarz-Gelb, die mit dem 1-Tor-Abstand einen Ausgleich noch im Auge hielten.
So machte und tat das Team um Marquet, Kefkir & Co. und sollte trotzdem erneut einen Rückschlag hinnehmen müssen. Denn rund fünfzehn Minuten vor Schluss war es der Wiesbadener Müller, der zum 3:1 aus kurzer Entfernung einnetzte. Damit war die Stunde für Alemannia geschrieben und das Spiel als erneute Niederlage abgestempelt. Denn auch das 3:2 Anschlusstor von Marquet, in der Nachspielzeit dieser Partie, sollte am Ergebnis nur bedingt etwas ändern. Alemannia bleibt sieglos, zum wiederholten Mal in Folge, und verliert damit erst recht den Anschluss nach oben.

Am morgigen Dienstag hat Schwarz-Gelb nun im FVM-Pokal die Gelegenheit, zumindest in der Qualifikation zum DFB-Pokal noch einmal einen Erfolg zu erringen. Zu Gast ist am morgigen Dienstag, 19:00 Uhr, der FC Wegberg Beek.